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HP 78 Patrone – wenn nach längerer Standzeit eine Farbe aussetzt

Fehlerbild: HP 78 druckt eine Farbe nicht

Ein typisches Problem bei der HP 78 Tri-Color Patrone ist, dass nach längerer Standzeit plötzlich eine Farbe aussetzt. Der Drucker meldet keinen Fehler, aber im Ausdruck fehlt zum Beispiel Cyan, Magenta oder Gelb teilweise oder komplett.

Die Ursache liegt meist nicht an der Tinte selbst, sondern an der Bauform der Patrone. Die HP 78 ist inzwischen über 20 Jahre alt und besitzt einen intern recht eigenwilligen Aufbau, der bei längerer Nichtbenutzung Probleme verursachen kann. Wir gehen der Sache auf den Grund und haben eine HP Nr.78 Patrone aufgesägt.

Der Aufbau: Schwamm, Filter, Kapillarkammer, Düsenplatte

Im Inneren der HP 78 befinden sich drei getrennte Farbbereiche für Cyan, Magenta und Gelb. Jede Farbe hat ihren eigenen Schwammblock, der die Tinte speichert. Unterhalb des Schwamms sitzt eine dünne Filtermembran, die Verunreinigungen zurückhält und den Tintenfluss gleichmäßig regulieren soll.

Zwischen Filter und Druckkopf befindet sich dann die sogenannte Kapillarkammer – ein kleiner Hohlraum, der die Tinte zur Düsenplatte führt. Über diese Düsenplatte mit ihren feinen Mikrodüsen wird die Tinte schließlich aufs Papier geschossen.

Genau in dieser Kapillarkammer liegt das Problem: Gerade bei längeren Standzeiten kann sich dort eine Luftblase bilden. Diese Luftblase blockiert den Tintenfluss – selbst wenn die Patrone noch voll ist. Die Folge: Eine der drei Farben druckt gar nicht oder nur noch sehr schwach.

Problemlösung: Druckkopfreinigung und manuelle Reaktivierung

1. Druckkopfreinigung über das System (empfohlener erster Schritt)

Der erste Schritt sollte immer eine Druckkopfreinigung über das Druckermenü sein. Diese Funktion versucht, durch verstärkten Tintenfluss Luft und eingetrocknete Tinte aus den Düsen zu entfernen.

  • Führen Sie 2–3 Druckkopfreinigungszyklen nacheinander durch.
  • Zwischendurch jeweils einen Testdruck starten.
  • Wenn sich die fehlende Farbe wieder zeigt, war die Luftblase klein genug und das Problem ist meist behoben.

2. Manuelle Reinigung mit Einwegspritze (für hartnäckige Fälle)

Wenn nach mehreren Reinigungszyklen weiterhin eine Farbe komplett ausfällt, kann eine manuelle Reaktivierung helfen. Diese Methode richtet sich eher an erfahrene Anwender, ist aber technisch plausibel und wird von vielen Refill-Profis genutzt.

So funktioniert die manuelle Reinigung:

  1. Patrone vorbereiten:
    Zum Schutz der Arbeitsfläche legen Sie etwas Zeitungspapier unter und positionieren die Patrone so, dass die drei Füllstutzen auf der Hinterseite gut erreichbar sind.
  2. Einwegspritze ansetzen:
    Setzen Sie eine Einwegspritze (ohne Nadel) vorsichtig am hinteren Füllstutzen der Patrone an.
  3. Vorsichtig Luft „durchpumpen“:
    Drücken Sie nun mit sehr wenig Druck etwas Luft in die Patrone, sodass der Schwamm leicht komprimiert wird und Tinte durch den Filter in die Kapillarkammer gedrückt wird. Sobald Tinte an der Düsenplatte austritt, sofort stoppen.
  4. Düsenbereich reinigen:
    Wischen Sie überschüssige Tinte an der Düsenplatte mit einem Küchentuch ab und setzen Sie die Patrone wieder in den Drucker ein. Anschließend einen Testdruck starten.

Wichtig: Arbeiten Sie mit sehr wenig Druck, um den Schwamm und die interne Struktur nicht zu beschädigen. Diese Methode soll nur helfen, die Kapillarkammer wieder zu fluten und die Luftblase zu verdrängen.

Fazit: Alte Bauart, spezieller Aufbau – und wann ein neuer Drucker sinnvoll ist

Die Bauart der HP 78 Patrone ist inzwischen über 20 Jahre alt. In Kombination mit dem eigenwilligen Aufbau aus Schwamm, Filter, Kapillarkammer und Düsenplatte führt das leider dazu, dass es nach längerer Standzeit häufiger zu Problemen mit aussetzenden Farben kommt.

Grundsätzlich hilft bei fehlenden Farben zunächst die Druckkopfreinigung über das System. In diesem speziellen Fall der HP 78 muss man jedoch manchmal manuell nachhelfen, um die Luft aus der Kapillarkammer zu verdrängen und den Tintenfluss wiederherzustellen.

Wenn dieses Problem jedoch immer wieder auftritt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Technik des Geräts schlicht in die Jahre gekommen ist. Dann lohnt es sich, über einen neuen Tintenstrahldrucker nachzudenken.

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